Einen HPLC-Detektor auswählen durfte ich bei meinen Kunden schon öfter. In diesem Artikel beschreibe ich das Vorgehen. Der passende HPLC-Detektor hängt vom Analyten, der benötigten Empfindlichkeit, der Probenmatrix, der mobilen Phase und dem analytischen Ziel ab. Einen universell besten HPLC-Detektor gibt es nicht.
Als erste Orientierung gilt: UV/Vis und DAD/PDA eignen sich für UV-aktive Analyten, Fluoreszenzdetektoren für fluoreszierende oder derivatisierte Verbindungen, RI, ELSD und CAD für viele nicht UV-aktive Substanzen, PAD für elektroaktive Analyten wie Kohlenhydrate und Zucker und MS für hohe Selektivität, Spurenanalytik und die Identifizierung unbekannter Verbindungen.
Dieser Artikel ist eine unabhängige Entscheidungshilfe zur Auswahl des passenden HPLC-Detektors. Er wurde nicht von einem Hersteller erstellt und empfiehlt kein bestimmtes Produkt. Die Auswahl wird ausschließlich anhand des Messprinzips, der Anwendung sowie der jeweiligen Stärken und Grenzen erklärt.
Unabhängiger Fachartikel: Dieser Beitrag ist nicht von einem Hersteller von HPLC-Systemen oder Detektoren erstellt. Die Technologien werden nach ihrem Messprinzip, ihren Anwendungsmöglichkeiten und ihren Einschränkungen eingeordnet. Es gibt keine bevorzugte Produktempfehlung für einen bestimmten Hersteller.
Inhaltsverzeichnis
Welcher HPLC-Detektor ist der Richtige?
Als erste Orientierung kannst du dich an diesen Regeln orientieren:
- UV/Vis-Detektor: geeignet für viele UV-aktive Substanzen und typische Routineanalysen.
- DAD- oder PDA-Detektor: sinnvoll, wenn mehrere Wellenlängen, Spektren oder Informationen zur Peak-Reinheit benötigt werden.
- Fluoreszenzdetektor: geeignet für fluoreszierende Analyten oder Substanzen, die vor oder nach der Säule derivatisiert werden können.
- RI-Detektor: eine Option für nicht UV-aktive Substanzen, besonders bei isokratischen Methoden und relativ einfachen Proben.
- ELSD oder CAD: geeignet für viele nicht oder nur schwach UV-aktive, nichtflüchtige Analyten, sofern die mobile Phase für das Messprinzip geeignet ist.
- PAD-Systeme, also Detektoren mit gepulster amperometrischer Detektion, eignen sich besonders für elektrochemisch aktive Substanzen wie Kohlenhydrate, Zucker, Aminosäuren und bestimmte andere Verbindungen. Sie werden häufig in Kombination mit Ionenaustauschchromatografie eingesetzt, beispielsweise bei HPAEC-PAD.
- Massenspektrometer: die bevorzugte Wahl, wenn eine hohe Selektivität, Spurenanalytik oder zusätzliche Strukturinformation erforderlich ist.
- MALS oder andere Spezialdetektoren: relevant für spezielle Fragestellungen, zum Beispiel die Bestimmung von Molekülgröße, molarer Masse oder Verzweigung bei Polymeren und Biomolekülen.
Diese Zuordnung ist eine erste Orientierung. Der beste HPLC-Detektor ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel von Analyt, Konzentration, Matrix, Trennmethode und analytischem Ziel.
Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines HPLC-Detektors
1. Welche Eigenschaften besitzt der Analyt?
Beginne mit der Frage, welche physikalischen oder chemischen Eigenschaften deine Analyten besitzen.
Wichtige Fragen sind:
- Besitzt der Analyt einen Chromophor und absorbiert er im UV- oder sichtbaren Bereich?
- Ist der Analyt fluoreszierend oder kann er fluoreszenzfähig derivatisiert werden?
- Ist der Analyt nichtflüchtig?
- Ist der Analyt elektrochemisch aktiv?
- Welche Molekülmasse und Polarität besitzt er?
- Liegt der Analyt in einer einfachen oder komplexen Probenmatrix vor?
Die Struktur des Analyten ist häufig der wichtigste Ausgangspunkt für die Auswahl. Ein UV/Vis-Detektor ist beispielsweise nicht automatisch geeignet, nur weil er im Labor vorhanden ist. Wenn der Analyt keine ausreichende Absorption zeigt, liefert die Messung möglicherweise kein brauchbares Signal.
2. Was möchtest du mit der Analyse erreichen?
Die richtige Detektion hängt auch vom Ziel der Methode ab.
Unterschiedliche Ziele erfordern unterschiedliche Eigenschaften:
- Routinequantifizierung: häufig UV/Vis, DAD oder ein anderer robuster Routine-Detektor
- Identifizierung unbekannter Verbindungen: häufig MS, gegebenenfalls kombiniert mit UV oder DAD
- Reinheitsprüfung: häufig DAD oder PDA, wenn Spektren und mehrere Wellenlängen ausgewertet werden sollen
- Spurenanalytik: häufig Fluoreszenz oder MS, abhängig vom Analyt und der Matrix
- Screening vieler unterschiedlicher Stoffklassen: häufig CAD, ELSD oder eine Kombination mehrerer Detektoren
- Analyse von Zuckern oder Polymeren: häufig RI, ELSD, CAD, PAD oder spezielle Detektorkombinationen
- Preparative LC: oft nichtdestruktive Detektion wie UV/Vis oder DAD, damit die Fraktionierung nicht beeinträchtigt wird
3. Welche Nachweisgrenze wird benötigt?
Die erforderliche Empfindlichkeit sollte vor der Auswahl des Detektors festgelegt werden. Eine Routineanalyse mit relativ hoher Analytkonzentration stellt andere Anforderungen als eine Spurenanalyse in einer komplexen Matrix.
Berücksichtige dabei:
- erwartete Konzentration des Analyten
- gewünschte Nachweisgrenze
- gewünschte Bestimmungsgrenze
- Signal-Rausch-Verhältnis
- Matrixeinflüsse
- erforderlicher Konzentrationsbereich
Ein empfindlicher Detektor ist nicht automatisch die beste Wahl. Wenn die Probe stark verunreinigt ist, kann Selektivität wichtiger sein als ein besonders starkes Signal. Auch eine gute chromatografische Trennung bleibt entscheidend.
4. Ist die mobile Phase mit dem Detektor kompatibel?
Die mobile Phase beeinflusst die Detektion teilweise erheblich.
Prüfe insbesondere:
- Wird isokratisch oder mit einem Gradienten gearbeitet?
- Ist die mobile Phase flüchtig?
- Enthält sie Salze, nichtflüchtige Puffer oder Tenside?
- Verursacht sie selbst ein Signal oder eine starke Basislinienänderung?
- Ist die mobile Phase mit der Ionisierung im Massenspektrometer kompatibel?
- Kann die mobile Phase bei ELSD oder CAD ausreichend verdampft werden?
- Wie empfindlich reagiert der Detektor auf Temperaturänderungen?
Der RI-Detektor kann bei Gradientenmethoden beispielsweise durch Änderungen des Brechungsindex der mobilen Phase eine stärkere Basislinienverschiebung zeigen. Bei CAD, ELSD und MS muss die Zusammensetzung der mobilen Phase ebenfalls sorgfältig auf das Messprinzip abgestimmt werden.
5. Wie komplex ist die Probenmatrix?
Je komplexer die Probe, desto wichtiger werden Selektivität und Identifizierungssicherheit.
Bei einer einfachen Probe mit gut getrennten Peaks kann ein robuster UV/Vis-Detektor ausreichend sein. Bei biologischen Proben, Umweltproben, pharmazeutischen Formulierungen oder unbekannten Mischungen können DAD, Fluoreszenz oder MS zusätzliche Sicherheit bieten.
HPLC-Detektoren im Vergleich
| Detektortyp | Besonders geeignet für | Stärken | Grenzen und wichtige Hinweise |
|---|---|---|---|
| UV/VIS | UV-aktive Verbindungen, Routineanalysen | Robust, verbreitet, vergleichsweise einfach zu betreiben | Benötigt ausreichende UV- oder sichtbare Absorption; mobile Phase und Wellenlänge müssen geeignet sein (→ Hinweis TFA) |
| DAD/PDA | UV-aktive Analyten, Reinheitsprüfung, Methodenentwicklung | Mehrere Wellenlängen und Spektren; zusätzliche Informationen zur Peak-Identität | Für nicht UV-aktive Verbindungen ungeeignet; größere Datenmengen und Auswertung erforderlich (→ Hinweis TFA) |
| Fluoreszenz, FLD | Fluoreszierende Analyten und derivatisierbare Substanzen | Hohe Selektivität und Empfindlichkeit für passende Analyten | Nicht universell; Derivatisierung kann zusätzlichen Aufwand und Variabilität verursachen |
| RI/RID | Zucker, Polymere und andere nicht UV-aktive Substanzen | Universell für viele nicht UV-aktive Verbindungen; vergleichsweise einfaches Prinzip | Temperaturabhängig; Basislinienempfindlichkeit; für Gradienten meist weniger geeignet |
| ELSD | Nicht UV-aktive und nichtflüchtige Analyten | Kann viele Verbindungen erfassen, die mit UV nicht gut messbar sind | Mobile Phase muss für Vernebelung und Verdampfung geeignet sein; Response häufig nichtlinear |
| CAD | Breites Spektrum nichtflüchtiger Analyten und Screening | Breite Anwendbarkeit, keine Chromophore erforderlich | Mobile Phase und flüchtige Bestandteile müssen berücksichtigt werden; Signalantwort ist substanzabhängig |
| PAD | Kohlenhydrate, Zucker, Aminosäuren und andere elektroaktive Verbindungen | Hohe Empfindlichkeit für geeignete elektroaktive Analyten; besonders etabliert in Kombination mit Ionenaustauschchromatografie, zum Beispiel HPAEC-PAD | Nur für geeignete elektroaktive Substanzen; Elektrodenoberfläche, Potentialprogramm und Matrix können die Messung beeinflussen |
| MS | Strukturaufklärung, Identifizierung, Spurenanalytik, komplexe Matrizes | Sehr hohe Selektivität und zusätzliche Information über das Masse-zu-Ladung-Verhältnis | Höhere Kosten und höhere Anforderungen an Methode, Wartung, Matrixkontrolle und mobile Phase |
| Elektrochemisch | Elektroaktive Verbindungen | Hohe Empfindlichkeit für geeignete Analyten | Nur für elektrochemisch aktive Substanzen geeignet; Elektroden und Bedingungen sind kritisch |
| MALS und Spezialdetektoren | Polymere, Proteine und spezielle SEC- oder GPC-Fragestellungen | Informationen zu molarer Masse, Größe oder Strukturparametern | Spezialanwendung; zusätzliche Anforderungen an Säule, Methode und Datenauswertung |
Bei der Verwendung von TFA als Modifier im Eluent kann es zu einer erhöhten Basislinienweligkeit (Baseline Ripple) kommen, was zu einer schlechteren Bestimmungsgrenze führt. TFA wird in der Protein- und Peptidanalytik als Ionenpaarreagenz und Löslichkeitsvermittler eingesetzt. Die Weligkeit entsteht vorallem durch das Zusammenspiel des Mischungsrauschens der Pumpe, des Mischers, hohe UV-Eigenabsorption von TFA und der dynamischen Veränderung (Lösungsmittelabhängigkeit) des Extinktionskoeffizienten durch TFA
UV/Vis-Detektor: Die häufige Wahl für Routineanalysen
Der UV/Vis-Detektor ist für viele HPLC-Methoden der Ausgangspunkt. Er eignet sich besonders für Substanzen, die bei einer geeigneten Wellenlänge ausreichend Licht absorbieren.
Typische Einsatzgebiete sind:
- viele pharmazeutische Wirkstoffe
- aromatische Verbindungen
- zahlreiche organische Moleküle mit Chromophoren
- Routineanalysen mit gut bekannten Analyten
- quantitative Methoden mit stabiler und reproduzierbarer Absorption
Vor der Auswahl solltest du prüfen, ob der Analyt bei einer sinnvollen Wellenlänge ausreichend absorbiert und ob die mobile Phase in diesem Bereich möglichst geringe Eigenabsorption zeigt.
DAD oder PDA: Mehr Informationen als eine einzelne UV-Wellenlänge
Ein DAD oder PDA kann neben dem chromatografischen Signal zusätzliche Spektralinformationen erfassen. Dadurch kann der Detektor bei der Methodenentwicklung, bei der Auswahl geeigneter Wellenlängen und bei der Beurteilung der Peak-Reinheit unterstützen.
Ein DAD oder PDA ist besonders interessant, wenn:
- mehrere Analyten unterschiedliche Absorptionsmaxima besitzen
- mehrere Wellenlängen parallel ausgewertet werden sollen
- Spektren zur Identifizierung herangezogen werden
- die Peak-Reinheit kritisch ist
- eine Methode weiterentwickelt oder auf neue Proben übertragen wird
DAD und PDA ersetzen jedoch keine vollständige strukturelle Identifizierung. Bei komplexen Fragestellungen kann die Kombination mit MS sinnvoll sein.
Fluoreszenzdetektor: Hohe Selektivität für passende Analyten
Ein Fluoreszenzdetektor misst das von einem Analyt emittierte Licht nach Anregung mit einer geeigneten Wellenlänge. Das Messprinzip ist sehr selektiv, weil nur bestimmte Substanzen oder Derivate ein passendes Fluoreszenzsignal erzeugen.
Der Detektor eignet sich besonders, wenn:
- der Analyt von Natur aus fluoresziert
- eine hohe Empfindlichkeit benötigt wird
- die Probe viele nicht fluoreszierende Bestandteile enthält
- eine geeignete Derivatisierung möglich und methodisch vertretbar ist
Die hohe Selektivität ist zugleich die wichtigste Einschränkung: Nicht jeder Analyt kann direkt mit Fluoreszenz detektiert werden.
RI-Detektor: Für nicht UV-aktive Verbindungen
Der Brechungsindexdetektor, kurz RI oder RID, reagiert auf Unterschiede im Brechungsindex zwischen mobiler Phase und Eluat. Er kann daher auch Substanzen erfassen, die keine ausreichende UV-Absorption zeigen.
Der RI-Detektor kann eine sinnvolle Wahl sein für:
- Zucker und Kohlenhydrate
- bestimmte Polymere
- organische Säuren und Alkohole
- andere nicht UV-aktive Verbindungen
- einfache, isokratische Methoden
Zu den wichtigsten Einschränkungen gehören die Temperaturabhängigkeit und die Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der mobilen Phase. Für Gradientenmethoden ist der RI-Detektor daher häufig weniger geeignet als andere Detektortypen.
ELSD und CAD: Breite Detektion ohne Chromophor
ELSD und CAD werden häufig eingesetzt, wenn Analyten keine ausreichende UV-Absorption besitzen und trotzdem viele verschiedene Substanzklassen erfasst werden sollen.
Beide Messprinzipien benötigen typischerweise eine mobile Phase, die sich für Vernebelung und Verdampfung eignet. Nichtflüchtige Puffer, Salze und andere Bestandteile können die Messung beeinflussen oder die Wartung erschweren.
Diese Detektoren sind interessant für:
- Lipide
- Tenside
- Zucker und Kohlenhydrate
- pharmazeutische Hilfsstoffe
- Naturstoffe
- nicht UV-aktive, nichtflüchtige Verbindungen
- Screening-Methoden mit mehreren Substanzklassen
Die Signalantwort ist nicht für alle Substanzen gleich. Deshalb sollte die Quantifizierung mit geeigneten Standards und einer validierten Kalibrierstrategie erfolgen.
PAD: Gepulste amperometrische Detektion für elektroaktive Analyten
Die gepulste amperometrische Detektion, kurz PAD, misst den Strom, der bei elektrochemischen Reaktionen eines Analyten an einer Elektrode entsteht. Durch ein wiederholtes Potentialprogramm wird die Elektrodenoberfläche während der Messung gereinigt und regeneriert. Dadurch eignet sich PAD besonders für elektroaktive Verbindungen, die mit UV/Vis nur schlecht oder gar nicht detektiert werden können.
PAD ist besonders interessant für:
- Kohlenhydrate und Zucker
- Aminosäuren
- bestimmte Alkohole und organische Säuren
- weitere elektroaktive Verbindungen
- Methoden mit Ionenaustauschchromatografie, insbesondere HPAEC-PAD
Die wichtigsten Vorteile sind eine hohe Empfindlichkeit für geeignete Analyten und die Möglichkeit, bestimmte Verbindungen ohne UV-Chromophor zu erfassen. Zu berücksichtigen sind die elektrochemische Aktivität des Analyten, die Zusammensetzung der mobilen Phase, das Potentialprogramm und der Zustand der Elektrode. Matrixbestandteile können die Elektrodenoberfläche beeinflussen und dadurch Signalstabilität und Reproduzierbarkeit beeinträchtigen.
PAD ist nicht mit einem universellen Detektor gleichzusetzen. Wenn der Analyt nicht elektrochemisch oxidierbar oder reduzierbar ist, sollte ein anderer Detektortyp wie UV/Vis, RI, CAD, ELSD oder MS geprüft werden.
Massenspektrometrie: Wenn Identifizierung und Selektivität wichtig sind
Die Kopplung von HPLC und Massenspektrometrie erweitert die reine Detektion um zusätzliche Information zur Masse und, je nach System und Messmodus, zur Fragmentierung und Struktur.
MS ist besonders geeignet, wenn:
- unbekannte Komponenten identifiziert werden sollen
- sehr niedrige Konzentrationen bestimmt werden müssen
- die Probenmatrix komplex ist
- mehrere Verbindungen ähnliche UV-Spektren besitzen
- eine hohe Selektivität erforderlich ist
- Bestätigungsmessungen für kritische Ergebnisse benötigt werden
Die höhere Leistungsfähigkeit geht mit höheren Anforderungen einher. Mobile Phase, Additive, Matrixeffekte, Ionisierung, Kalibrierung, Wartung und Dateninterpretation müssen sorgfältig berücksichtigt werden.
Der praktische Entscheidungsweg zum passenden HPLC-Detektor
Nutze die folgenden Fragen als kompakte Auswahlhilfe:
- Was ist das analytische Ziel? Quantifizieren, identifizieren, Reinheit prüfen oder unbekannte Bestandteile screenen?
- Besitzt der Analyt einen Chromophor? Wenn ja, sind UV/Vis oder DAD/PDA naheliegende Kandidaten.
- Ist der Analyt fluoreszierend? Wenn ja, kann ein FLD besonders empfindlich und selektiv sein.
- Ist der Analyt nicht UV-aktiv? Dann kommen abhängig von Methode und Konzentration RI, ELSD, CAD oder MS infrage.
- Ist die Probenmatrix komplex? Dann sollte die Selektivität des Detektors besonders hoch sein.
- Wird eine Gradiententrennung verwendet? Prüfe, ob der Detektor mit der Veränderung der mobilen Phase kompatibel ist.
- Wie niedrig ist die erwartete Konzentration? Vergleiche Nachweisgrenze, Signal-Rausch-Verhältnis und erforderlichen Dynamikbereich.
- Muss die Probe nach der Detektion weiterverwendet werden? Für präparative Anwendungen kann ein nichtdestruktiver Detektor vorteilhaft sein.
- Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Berücksichtige Anschaffung, Wartung, Verbrauchsmaterialien, Schulungsaufwand und vorhandene Infrastruktur.
- Reicht ein Detektor aus? Bei komplexen Methoden kann die Kombination von zwei komplementären Detektoren sinnvoll sein.
Schritt-für-Schritt-Entscheidungshilfe als vereinfachter Ablauf

Der Ablauf liefert eine Vorauswahl, ersetzt aber keine Methodenentwicklung. Wenn mehrere Detektoren geeignet erscheinen, sollten Nachweisgrenze, Robustheit, Selektivität, Kosten und praktische Verfügbarkeit miteinander verglichen werden.
Häufige Fehler bei der Auswahl eines HPLC-Detektors
Der vorhandene Detektor wird automatisch verwendet
Nur weil ein UV/Vis-Detektor verfügbar ist, muss er nicht für jede Probe geeignet sein. Prüfe zuerst, ob der Analyt ein ausreichendes Signal erzeugt.
Die Nachweisgrenze wird erst nach der Methodenentwicklung betrachtet
Die gewünschte Nachweisgrenze sollte bereits bei der Planung feststehen. Andernfalls kann sich später herausstellen, dass Detektor, Säule oder Probenvorbereitung nicht ausreichen.
Die mobile Phase wird nicht auf den Detektor abgestimmt
Eine mobile Phase kann die Basislinie, die Ionisierung, die Verdampfung oder die Temperaturstabilität beeinflussen. Die Detektorauswahl und die Wahl der mobilen Phase sollten deshalb zusammen betrachtet werden.
Universalität wird mit gleicher Response verwechselt
Ein Detektor kann viele Stoffe erfassen, ohne für alle Stoffe die gleiche Empfindlichkeit oder Signalantwort zu zeigen. Für eine belastbare Quantifizierung sind geeignete Standards und eine passende Kalibrierung notwendig.
Ein Detektor soll die chromatografische Trennung ersetzen
Ein Detektor kann Selektivität hinzufügen, aber er ersetzt keine ausreichende Trennung, wenn mehrere Verbindungen gleichzeitig eluieren und das Messprinzip sie nicht unterscheiden kann.
Die Produktseite wird vor der analytischen Frage gelesen
Eine unabhängige Auswahl beginnt mit der Anwendung, nicht mit einem bestimmten Produkt. Erst wenn die technischen Anforderungen klar sind, sollten konkrete Modelle und Hersteller verglichen werden.
Können mehrere HPLC-Detektoren kombiniert werden?
Ja. Eine Kombination kann sinnvoll sein, wenn die Detektoren unterschiedliche Informationen liefern.
Achtung: Unbedingt die Detektorreihenfolge beachten. Dies habe ich in diesem kurzen Video beschrieben.
Beispiele sind:
- UV oder DAD zusammen mit MS
- UV zusammen mit CAD oder ELSD
- UV zusammen mit FLD
- UV oder DAD zusammen mit RI in speziellen Methoden
- PAD zusammen mit UV, MS oder anderen Detektoren, wenn elektroaktive Analyten zusätzlich zu weiteren Stoffklassen erfasst werden sollen
Eine Kombination kann die Identifizierung, die Quantifizierung und die Überwachung unterschiedlicher Stoffklassen verbessern. Gleichzeitig steigen jedoch Aufwand, Kosten, Datenmenge und Anforderungen an die Interpretation. Die Kombination sollte deshalb ein konkretes analytisches Ziel erfüllen und nicht nur aus Sicherheitsgründen gewählt werden.
FAQ: Häufige Fragen zur Auswahl von HPLC-Detektoren
Welcher HPLC-Detektor ist der Standard?
Für viele Routineanalysen ist der UV/Vis-Detektor der Standard, sofern die Analyten ausreichend UV-aktiv sind. Einen universell besten HPLC-Detektor gibt es jedoch nicht. Die Eignung hängt immer von Analyt, Matrix und Methode ab.
Welcher HPLC-Detektor eignet sich für nicht UV-aktive Substanzen?
Je nach Analyt und Methode kommen RI, ELSD, CAD, Fluoreszenz nach geeigneter Derivatisierung, PAD oder MS infrage. Für die Auswahl sind Konzentration, mobile Phase, Matrix und gewünschte Selektivität entscheidend.
Was ist der Unterschied zwischen UV/VIS und DAD?
Ein UV/Vis-Detektor misst typischerweise bei einer oder mehreren ausgewählten Wellenlängen. Ein DAD oder PDA kann zusätzlich Spektralinformationen über einen Wellenlängenbereich erfassen. Dadurch eignet er sich besonders für Methodenentwicklung, mehrere Wellenlängen und Peak-Reinheitsprüfungen.
Wann ist ein Fluoreszenzdetektor besser als ein UV/Vis-Detektor?
Ein Fluoreszenzdetektor kann die bessere Wahl sein, wenn der Analyt fluoresziert oder zuverlässig derivatisiert werden kann und eine hohe Selektivität oder Empfindlichkeit benötigt wird. Für nicht fluoreszierende und nicht derivatisierbare Analyten ist er nicht direkt geeignet.
Wann ist ein RI-Detektor keine gute Wahl?
Ein RI-Detektor ist häufig nicht die erste Wahl bei Gradientenmethoden, starken Temperaturänderungen oder sehr niedrigen Konzentrationen. Auch die mobile Phase und die Stabilität der Basislinie müssen berücksichtigt werden.
Wann sollte ich CAD oder ELSD verwenden?
CAD oder ELSD sind interessant, wenn viele nichtflüchtige Analyten ohne ausreichende UV-Absorption erfasst werden sollen. Die mobile Phase muss für das jeweilige Messprinzip geeignet sein, und die Signalantwort sollte mit Standards und einer passenden Kalibrierung überprüft werden.
Wann brauche ich einen Massenspektrometer-Detektor?
MS ist besonders sinnvoll, wenn unbekannte Verbindungen identifiziert, sehr niedrige Konzentrationen bestimmt oder komplexe Matrizes selektiv untersucht werden sollen. Für einfache Routinequantifizierungen kann ein weniger komplexer Detektor ausreichend sein.
Kann ich mit einem HPLC-Detektor alle Substanzen messen?
Nein. Jeder Detektor reagiert auf bestimmte physikalische oder chemische Eigenschaften. Auch universellere Detektoren zeigen nicht für alle Substanzen dieselbe Signalantwort. Die Auswahl sollte deshalb immer auf der Anwendung basieren.
Ich habe über jeden Detektor ein kleines Video erstellt: Videos anschauen (YouTube)
Fazit: Den HPLC-Detektor nach der Anwendung auswählen
Der passende HPLC-Detektor wird nicht durch den Hersteller, den Produktnamen oder die Verfügbarkeit im Labor bestimmt. Entscheidend sind die Eigenschaften des Analyten, das analytische Ziel, die benötigte Empfindlichkeit, die Probenmatrix und die Kompatibilität mit der mobilen Phase.
Als einfache Orientierung gilt:
- UV/Vis für viele UV-aktive Routineanalyten
- DAD oder PDA für zusätzliche Spektren und Peak-Reinheitsinformationen
- Fluoreszenz für passende fluoreszierende oder derivatisierte Analyten
- RI für viele nicht UV-aktive Verbindungen bei geeigneten isokratischen Methoden
- CAD oder ELSD für ein breites Spektrum nichtflüchtiger Analyten
- PAD für elektroaktive Analyten wie Kohlenhydrate, Zucker und Aminosäuren, besonders bei HPAEC-PAD
- MS für hohe Selektivität, Spurenanalytik und Identifizierung
- Spezialdetektoren für spezielle Fragestellungen wie Molekülgröße oder elektrochemische Aktivität
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Zuletzt aktualisiert: September 2026
Über den Autor

Dominic Franck ist HPLC-Spezialist mit über 15 Jahren Erfahrung in der Pharma- und Radiopharmaindustrie und Gründer der HPLC-Academy. Die Grundlagen der Radio-HPLC hat er vor über 11 Jahren an der University of Cambridge und ETH Zürich gelernt Seitdem hat er seine Kenntnisse weiterentwickelt und Veröffentlichungen zu diesem Thema verfasst. Er war Abteilungsleiter Analytik und hat zahlreiche HPLC-Validierungen und Audits begleitet. Er vermittelt auf seinem YouTube-Kanal praxisnah den Umgang mit der HPLC und verrät die Tricks und Kniffe beim Troubleshooting. Mit der HPLC-Academy und dem spezialisierten Radio-HPLC-Modul hilft er User, Analytiker und QC-Leiter, ihre Methoden beim ersten Anlauf zu entwickeln, optimieren, validieren und Audits mit Zuversicht zu bestehen.
Viele Videos zum Thema: Radiodetektor radio-HPLC: YouTube
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